Mein Hintergrund: Netzwerk & VoIP aus der Praxis
Ich arbeite als Network Engineer bei Plusnet in Deutschland und beschäftige mich dort täglich mit Netzwerkinfrastrukturen und Telekommunikationsumgebungen.
GonoPBX ist kein Agenturprojekt, kein Marketing-Produkt und kein „AI-Experiment“.
Es ist ein Freizeitprojekt, das aus jahrelanger Arbeit mit:
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Asterisk
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selbstgehosteten PBX-Systemen
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Lab-Umgebungen
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SIP-Infrastrukturen
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realen Betriebsanforderungen
entstanden ist.
Die Telephony-Architektur, das Routing-Konzept, die Systemlogik – all das basiert auf praktischer Betriebserfahrung, nicht auf generierten Vorschlägen.
Ja, ich nutze KI-Tools. Und nein, das ist kein Geheimnis.
Die Diskussion entstand unter anderem, weil:
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Teile der GUI sprachlich „nach Claude aussehen“
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im Repository Commits mit Claude-Bezug auftauchen
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die Texte strukturiert formuliert sind
Die kurze Antwort lautet:
Ja, ich habe mit Claude.ai gearbeitet.
Und ich sehe darin keinen Makel.
KI-Modelle wie Opus 4.5 und 4.6 wurden genutzt, um:
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UI-Texte schneller zu formulieren
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Dokumentation zu strukturieren
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Ideen sprachlich auszuarbeiten
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repetitive Code-Strukturen effizienter umzusetzen
Gerade wenn man nachts nach der Arbeit an einem Projekt weiterbaut, sind solche Werkzeuge eine enorme Zeitersparnis.
Aber:
Ein KI-Modell baut keine tragfähige Asterisk-Architektur.
Es entwirft keine durchdachten Dialplans aus Betriebserfahrung.
Und es versteht keine produktiven SIP-Umgebungen ohne menschliche Expertise.
KI beschleunigt – sie ersetzt nicht.
GitHub zeigt Claude-Commits – Transparenz statt Versteckspiel
Ein weiterer Punkt war der Hinweis: „GitHub zeigt Claude-Commits.“
Richtig.
Und das ist kein Zufall.
Ich halte nichts davon, moderne Werkzeuge heimlich zu nutzen und so zu tun, als wäre jede Zeile Code ausschließlich manuell entstanden. Transparenz ist mir wichtiger als künstliche Abgrenzung.
Softwareentwicklung hat sich verändert.
Heute nutzen Entwickler:
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IDE-Autocompletion
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Linter
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CI-Pipelines
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AI-Code-Assistenten
Das ist kein Qualitätsverlust – sondern Produktivitätsrealität.
Entscheidend ist nicht, welches Werkzeug benutzt wird.
Entscheidend ist, wer die Verantwortung für Architektur, Sicherheit und Design trägt.
Und das tue ich.
Architektur entsteht aus Erfahrung – nicht aus Prompting
GonoPBX basiert auf:
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strukturiertem Asterisk-Wissen
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realer VoIP-Praxis
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Netzwerkverständnis
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Betriebserfahrung
Die Systemlogik, Sicherheitsüberlegungen und Architekturentscheidungen stammen aus jahrelanger Beschäftigung mit genau diesen Themen.
Ein Sprachmodell kann Text optimieren.
Es kann Vorschläge machen.
Aber es kann keine operative Verantwortung übernehmen.
Ist KI-Unterstützung etwas, wofür man sich schämen sollte?
Diese Frage wurde mir indirekt gestellt.
Meine klare Haltung: Nein.
Moderne Werkzeuge einzusetzen bedeutet nicht, Kompetenz zu ersetzen – sondern Effizienz zu erhöhen.
Wer KI kategorisch ablehnt, müsste konsequenterweise auch auf moderne IDEs, Automatisierung oder Cloud-Infrastruktur verzichten.
Die Realität ist:
Technologie entwickelt sich weiter. Gute Entwickler nutzen gute Werkzeuge.
Was GonoPBX wirklich ist
GonoPBX ist:
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ein persönliches Projekt
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entstanden aus praktischer Telephony-Erfahrung
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gewachsen aus Experimenten, Lab-Setups und Self-Hosting
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offen für Feedback und Verbesserung
Der Name selbst ist übrigens ebenfalls kein Marketing-Konstrukt:
„PBX“ ist selbsterklärend –
„Gono“ ist aus meinem persönlichen Domain-Hintergrund (gonobby.de) entstanden.
Kein Branding-Workshop. Kein Agenturkonzept. Nur etwas, das sich richtig angefühlt hat.
Kritik ist willkommen – Beiträge noch mehr
Die ursprüngliche Frage war absolut legitim.
Neugier ist kein Angriff.
Wenn jemand konkrete Ideen hat, was verbessert werden kann oder welche Features fehlen – ich freue mich über jeden konstruktiven Vorschlag.
Open Source lebt von Austausch, nicht von Spekulation.
Fazit
Ja, KI-Tools wie Claude wurden genutzt.
Nein, GonoPBX ist kein KI-generiertes Telephony-Projekt.
Die Architektur kommt aus Praxis.
Die Tools helfen bei Umsetzung und Effizienz.
Die Verantwortung bleibt menschlich.
Und genau so sollte moderne Softwareentwicklung aussehen.